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Rhein-Haardt

April.2012
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Einzelintegration

Einzelintegration in Regelkindergarten

Einzelintegration bedeutet, dass eine Fachkraft (z.B. eine Heilpädagogin) für eine bestimmte Stundenanzahl in die Regeleinrichtung kommt, um zum einen das beeinträchtigte Kind speziell zu fördern und ihm bei der Überwindung seiner Schwierigkeiten zu helfen, zum anderen, um gemeinsam mit der Kindergartengruppe und den Erzieherinnen vor Ort die Integration des Kindes anzuregen und zu verbessern. Hierzu zählen speziell auf das Kind abgestimmte Gruppenaktivitäten und Abläufe, die auch auf andere Wochentage übertragbar sind. Gleichzeitig erhält das Kind Unterstützung, um so gut wie möglich an Gruppenaktivitäten teilzunehmen.

Einzelintegration beinhaltet die Förderung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Eltern und Mitarbeitern der entsprechenden Regeleinrichtung. Der pädagogische Alltag der Regeleinrichtung bildet hierbei den Rahmen für die Förderung und Integration des Kindes in seine Gruppe. Gemeinsame Aktivitäten von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung stehen hierbei im Vordergrund. Dabei ist es wichtig, dass das zu fördernde Kind keine Sonderstellung in der Gruppe bekommt.

Das Kind wird von der Fachkraft in der Gruppe begleitet und in seiner Entwicklung angemessen gefördert und unterstützt um selbst autonome Handlungskompetenzen zu erwerben.

Schwerpunkte sind hierbei:

  • die Beobachtung in der Gruppe, Einzelbeobachtung und Entwicklungsdiagnostik, sowie Anbahnen von Kontakt zu dem betreffenden Kind und der Gruppe (dies umfasst meist einen Zeitraum von 4-5 Wochen)
  • Gespräche mit den Eltern (meist Hausbesuche) und den Erziehern/innen der  Gruppe, um mit ihnen über die Stärken und Schwächen des Kindes zu sprechen und das weitere Vorgehen gemeinsam zu planen
  • Erstellen von individuellen Plänen zur Entwicklungsförderung des Kindes
  • Einzelförderung in und außerhalb der Gruppe
  • Angebote für Kleingruppen, die speziell auf das zu fördernde Kind zugeschnitten werden
  • Kooperation, Austausch und gegenseitige Unterstützung zwischen der Fachkraft und den Erziehern/innen
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Grundlage der Einzelförderung ist die Tatsache, dass das Spiel ein natürliches Mittel zur Selbstdarstellung des Kindes ist. Während der Zeit der Einzelförderung steht das Kind im Mittelpunkt des Geschehens, es darf selbst über die Situation verfügen, erfährt ungeteilte Aufmerksamkeit und Akzeptanz.

Gefühle und Konflikte werden spielerisch verarbeitet. Der Heilpädagoge/ die Heilpädagogin benennt die zum Ausdruck gebrachten Gefühle durch Rückspiegelung dessen, was das Kind ausgedrückt hat. Das Kind bekommt so die Möglichkeit sich selbst besser wahrzunehmen und kennen zu lernen, um so zu einer konstruktiven Haltung zu seinem Leben zu gelangen. Durch diesen Prozess wird das Kind oft aufnahmefähiger, konzentrierter und gewinnt Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Einzelförderung beginnt immer beim jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes und berücksichtigt dabei Umstände und Veränderungen im Umfeld des Kindes.

Wichtig ist bei einer Einzelintegration immer, dass das betreffende Kind im Vordergrund steht und eine gute Zusammenarbeit zwischen den Erziehern/innen, den Eltern und der Fachkraft besteht, um das Wohl und die Entwicklung des Kindes gemeinsam zu unterstützen und zu fördern.

Die Fachkraft hat hierbei nicht die Funktion einer Kontrolle oder Bevormundung der Erzieher/innen, sondern versucht, deren Arbeit zu unterstützen und zu vertiefen.

Ziel ist es, dass das Kind lernt, sich in der Gruppe zurechtzufinden und mit seinen Schwächen adäquat umzugehen. Zum Erreichen dieser Zielsetzung gehen wir Schritt für Schritt vor. Bei Erfolg ist es möglich, dass wir uns langsam zurückziehen, bis das Kind selbständig und ohne Hilfe den Gruppenalltag bewältigen und mit seinen Schwächen adäquat umgehen kann.