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40 Jahre
Lebenshilfe Grünstadt-Eisenberg e. V.
1966 –2006! - Unsere Lebenshilfe feiert in diesem
Jahr ihr 40jähriges Bestehen und mit Stolz blicken wir auf die Arbeit der vergangenen Jahrzehnte zurück. Alles begann mit einer Elterninitiative.
In Anwesenheit von Tom Mutters, dem Gründer der Lebenshilfe in Deutschland, wird am 24.02.1966 die
Ortsvereinigung Grünstadt der „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ aus der Taufe gehoben. Die Keimzelle ist eine Theatergruppe des Kulturvereins. Das Schicksal einer
Mitspielerin und betroffenen Mutter ist der Initialfunke zur Selbsthilfe und die erste Lebenshilfe-Initiative im Leiningerland. Die Metamorphose gelingt. Aus einer fröhlichen Laienspielschar
wird ein ernsthafter Verein, der sich vehement für die Belange und Bedürfnisse behinderter Kinder und ihrer Eltern einsetzt. Dr. Willi Kastner, Augenarzt in Grünstadt, wird erster Vorsitzender.
Die Anfänge waren schwierig. Es gab kaum Erfahrungen mit der Förderung geistig behinderter Kinder.
Rechtliche oder finanzielle Grundlagen der Förderung gab es nicht oder waren nicht bekannt. Um so mehr waren Eigeninitiative, Improvisation und Durchsetzungskraft gefragt. Respekt und
Anerkennung für ihr erfolgreiches Wirken verdienen deshalb die Vorsitzenden Dr. Willi Kastner (1966-69), Fritz Emrich (1969-1982) und Dr. Josef Rüttger (1982-2005). Sie haben mit klaren
Zielvorgaben, mit der Akquisition von Spenden und staatlichen Geldmitteln die Ideale und Ziele der Lebenshilfe nachhaltig und mit großem persönlichen Einsatz gefördert und sich große Verdienste
um die Behindertenarbeit unserer Heimat erworben.
Die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe beginnt im September 1966. Der Verein eröffnet mit sieben Kindern
seinen Kindergarten in der alten Lateinschule. Im Januar 1970 zieht der Kindergarten nach Altleiningen um und findet in der Waldstrasse eine neue Unterkunft. Im August 1971 wird der
Sonderkindergarten mit über 30 Kindern, die meisten sind schulpflichtig, zur Sonderschule „G“ in Trägerschaft des Kreises Bad Dürkheim umgewidmet, die zwei Jahre später in den Westring
nach Grünstadt umzieht (heute: Hans-Zullinger-Schule). Bis auf zwei Ausnahmen findet sich das gesamte Personal der Lebenshilfe im Schuldienst wieder. Die Lebenshilfe, inzwischen auf den
südlichen Donnersberg erweitert, mit neuen Mitgliedern , darunter auch 13 Gemeinden aus dem Einzugsbereich, firmiert jetzt unter neuem Namen, „Lebenshilfe für geistig Behinderte,
Grünstadt-Eisenberg e.V.. Im Jahre 1974 findet sie endlich mit dem Erwerb und Umbau einer Arztpraxis in der Asselheimer Strasse 7 ein eigenes Domizil. Integrative Arbeit ist hier aus
Raumgründen allerdings nicht möglich. Bereits 1992 denkt man daher über den Bau einer Integrativen Kindertagesstätte nach. Erklärtes Ziel ist es die „Absonderung“ behinderter
Kinder in Sondereinrichtungen zu Gunsten eines Zusammenlebens und gemeinsamen Lernens behinderter und nichtbehinderter Kinder aufzubrechen. Im September 1997 ist dieses Ziel erreicht. In der
neuen Integrativen Tagesstätte in der Haarschnur tummeln sich 40 Regelkinder und 20 Förderkinder in 4 Gruppen. Die Heilpädagogische Tagesstätte bleibt wegen des Zustroms von Förderkindern
bestehen.
Heute betreibt der Verein eine Integrative Kindertagesstätte in der Haarschnur 44,
eine Heilpädagogische Kindertagesstätte in der Asselheimer Strasse 7, eine Frühförderstelle und Offene Hilfen. 76 Kinder werden in den Kitas betreut. Hinzu kommen noch die Kinder der
Frühförderung, und der integrativen Krabbelgruppe. Auch die Mitarbeiterzahlen haben sich rasant entwickelt. Aus der Selbsthilfegruppe von damals wurde ein respektables Unternehmen
mit heute 35 Mitarbeitern, Praktikanten und Hilfskräfte inbegriffen.
Mit Genugtuung können wir auf das Erreichte zurückblicken und uns darüber
freuen, dass unsere Lebenshilfe so vielen Kindern und deren Eltern neue Chancen und neue Lebensperspektiven eröffnen konnte. Wir wollen uns aber nicht auf unseren Erfolgen ausruhen. Mit dem
Blick zurück auf die Anfänge beispiellosen Engagements werden wir unsere notwendige und unverzichtbare Arbeit weiter tun. Wir müssen darüber wachen, dass Menschen mit geistiger Behinderung
oder mit anderen Einschränkungen den gleichen Schutz und die gleichen Rechte genießen wie alle anderen Menschen auch. Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung müssen auch für Behinderte
gelten. Wachen Auges müssen wir die neuen Tendenzen in unserer Gesellschaft (Bioethik, Genforschung, Euthanasie, Pränatale Diagnostik, usw.) beobachten, bewerten und darauf achten, dass
die Humanität nicht der Wirtschaftlichkeit geopfert wird. Neue Gesetze und Reformen werden auch für die Lebenshilfe neue Herausforderungen mit sich bringen. Unsere vornehmste Aufgabe wird es
dabei sein, unsere Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren und gemeinsam und solidarisch mit den Lebenshilfen der Nachbarschaft, im Land und im Bund auch morgen Motor und Mitgestalter der
Weiterentwicklung zu bleiben.
Unsere Lebenshilfe schaut mit Zuversicht in die Zukunft. Verfügt sie
doch über eine tatkräftige und innovative Leitung, ein motiviertes Mitarbeiter- und Therapeutenteam, eine effiziente Verwaltung und eine engagierte Elternschaft. Gemeinsam mit dem Vorstand sollten
die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen sein. Schon immer haben sich in unserem Verein ehrenamtliche Tätigkeit des Vorstandes und die Fachkompetenz der Leitung (seit 2000 Frau Karin Heindl)
gut ergänzt.
Die Weichen für die künftige Arbeit sind gestellt. Wir werden die Frühförderung
und die individuellen Förderung im Rahmen der Offenen Hilfen intensivieren und neue ambulante und familienunterstützenden Angeboten machen. Die sehr erfolgreiche Arbeit in den
Kindertagesstätten mit ihren überdurchschnittlichen Ergebnissen wird natürlich in bewährter Weise fortgesetzt. Mittelfristig ist die räumliche Zusammenführung der beiden Kitas in der
Haarschnur geplant.
Bei einem 40jährigen Jubiläum ist ein Wort des Dankes Pflicht. Wir wissen sehr
wohl, der Erfolg unserer Arbeit basiert nicht zuletzt auch auf der großen Spendenbereitschaft der Menschen des Leiningerlandes und des Donnersbergkreises. Viele kleine und große Spenden
erreichten uns über die Jahre. Ungezählte Aktionen zugunsten der Lebenshilfe wurden durchgeführt. Das zeigt uns, dass in unserer Region tätige Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft noch
eine Heimat haben und dass die Arbeit der Lebenshilfe sich einer großen Akzeptanz in der Bevölkerung erfreut. Das macht uns glücklich und spornt uns an! So danken wir allen Spendern von
Herzen für ihre Hilfe in den zurückliegenden Jahrzehnten. Ohne großzügige Spenden wären Erwerb und Bau unserer Immobilien sowie eine Förderung über staatliche Hilfen hinaus nicht möglich
gewesen. Besonders danken wir unseren 150 Mitgliedern, die seit Jahren, manche seit Jahrzehnten, ihren finanziellen Beitrag leisten und sich zu den Idealen der Lebenshilfe bekennen. Wir danken den
Vertretern der Kreise, der Städte, der Gemeinden, der Stadt Grünstadt im besonderen Maße, den Behörden, den Schulen und allen, die sich für unsere Einrichtung engagieren oder mit uns zusammen
arbeiten für ihre Begleitung und Unterstützung in der Vergangenheit.
Wir vertrauen darauf, dass alle Freunde der Lebenshilfe uns weiterhin solidarisch
verbunden sein mögen, damit unsere Arbeit zum Wohle der uns anvertrauten Kinder und ihrer Familien erfolgreich fortgesetzt werden kann.
Grünstadt, im März
2006 Walter
Dörring
(1. Vorsitzender)
Schlagzeilen der Geschichte
der „Lebenshilfe für geistig Behinderte,
Grünstadt-Eisenberg, e.V.“
24.02.1966:
Gründung der „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind, Grünstadt, e.V.“, im Beisein von Tom Mutters dem Gründer der „Lebenshilfe“ in Deutschland. 1. Vorsitzender: Dr.
Willi Kastner.
11.09.1966:
Benefizkonzert d. amerikanischen Truppen: Erlös DM 2.600,-
21.09.1966:
1. Kindergarten m. 7 Kindern, Alte Lateinschule, Grünstadt, Leitung: Anna Djafic.
März 1967:
Grünstadter Interessengemeinschaft stiftet Kleinbus (Helmut Reuter) und Wellpappenfabrik Sausenheim 1.000 Liter Benzin.
27.05.1969:
Dr. Kastner tritt zurück, wird Ehrenvorsitzender. 1.Vors. Fritz Emrich.
Herbst 69:
Regina Kleineidam, Leiterin des Sonderkindergartens.
01.11.1969:
Anmietung Haus Waldstr. 1 in Altleiningen.
07.01.1970:
Umzug nach Altleiningen mit Kindern und 4 Mitarbeiterinnen.
01.08.1971:
Unser Sonderkindergarten wird zur Sonderschule „G“ in Trägerschaft des Kreises Bad Dürkheim. Frau Doege verbleibt mit einem Kind als Kindergartenrest.
10.04.1972:
13 Kommunen und zwei Kirchengemeinden, darunter Eisenberg, wurden Mitglied. Neuer Name des Vereins: „Lebenshilfe für geistig Behinderte, Grünstadt-Eisenberg, e.V.“
2.Vorsitzender: Walter Dörring.
Ende 1972: Sonderschule „G“ zieht nach Grünstadt, Westring.
Jan. 1973:
Kindergarten in der Waldstraße breitet sich wieder aus: Leiterin Edelgard Stenzel.
27.09.1974:
Ankauf Asselheimer-Str. 7; Umbau: 3 Gruppenräume mit Nebenräumen, Sanitärtrakt wird angefügt, Bewegungsbad (Aktion Sorgenkind), Gymnastikraum.
Aug. 1975:
Einzug Asselheimer-Str. 7. 16-20 Kinder in der Folgezeit. Leitung: Hildegard Sannert, jetzt Mellem.
16.09.1982:
Fritz Emrich tritt zurück, wird Ehrenvorsitzender. 1. Vors. Dr. Joseph Rüttger.
1983:
1. Info-Broschüre
1986:
20-jähriges Jubiläum: Feier in der Stadthalle. 2. Info-Broschüre.
1988:
Selbsthilfegruppe „hyperaktiv“ und „MCD“ (Minimale cerebrale Disfunktion) wird gegründet, eine weitere Gruppe muss untergebracht werden. Ausbau des Dachgeschosses. Viele Spenden.
Ende 1989:
1.OG Asselheimer-Str. 7 voll für die Gruppenarbeit nutzbar.
Frühjahr 90: Nebenhaus
Asselheimer-Str. 7 wird für Gruppe umgebaut: Frau Sannert zieht nach Altleiningen. Eine ganze Gruppe aus Frankenthal zieht ein. Viele Spenden.
1991:
25-jähriges Jubiläum: Stadthalle und 3. Info-Broschüre.
1992:
Überlegungen zur Integrativen Einrichtung beginnen.
01.01.1994: Stadt übernimmt die Buchhaltung. Planung Ikita beginnt. Leitung: Blum
01.07.1995:
Leitung: Anja Brinkmann.
Aug. 1996:
Baubeginn Ikita.
01.11.1996: Leitung: Weißmantel
08.11.1996:
Richtfest Ikita.
21.-29.11.:
Ausstellung „Künstler für Kinder“ Kreissparkasse Grünstadt.
06.04.1997:
Benefizkonzert Gericke/Lewark i. d. Martinskirche.
01.09.1997:
Bezug Ikita (4 Gruppen = 60), 1 Gruppe Sokita (10) verbleibt in der Asselheimer-Str.
25.09.1997:
Einweihung Ikita. Spenden ¼ Million DM in der Bauzeit.
Nov. 1997:
Wasserschaden Ikita. Einrichtung einer Krabbelgruppe
1998: Ein
Vorschulkonzept wird entwickelt und realisiert. Stadt richtet den Spielplatz „Nord“ für uns her. Ein Bus wird angeschafft und eine Garage gebaut.
Frühj. 1999:
4. Info-Broschüre
1999:
Reittherapie kann beginnen. Verwendungsnachweis wird akzeptiert, damit die finanz. Abwicklung des Baues abgeschlossen. Industriefest. Leiter Weißmantel geht zum ASB.
01.01.2000:
Leitung: Karin Heindl.
01.04.2000:
Betriebswirtin Maria Östreich-Liebl: Verwaltungsleiterin.
2000: Neue Leit-
und Geschäftsordnung. Beteiligung am Sommertagszug und 11 25-jährigen Jubiläum der Stadt. Kinderküche erhält eigenen Raum.
Sokita: Beide Gruppen wieder im Haupthaus. Eine chinesische
Delegation besucht uns. Adventsfenster.
17.03.2001:
35-jähriges Jubiläum: Weinstraßencenter. Video über uns: „Jeden Tag neu erleben“. Bühnenbild von Kindern mit Karl Unverzagt: Darüber Broschüre. Frau Heindl auch Geschäftsführerin.
Kletterwand im Nordspielplatz ( Elternausschuß: 15 Personen). Ein weiterer Bus und ein Carport dazu.
01.01.2002:
Gerhard Schmidt wird Hausmeister. Bebauungsplan „Bitz“ legt Erweiterung unseres Geländes um 18,50 m nach Westen fest.
28.04.2003:
Ankauf eines Geländestreifens im Westen: (€ 185.000,- )
22.05.2003:
Einbruch in der Nacht: Sachschaden von über € 10.000,; Beute: € 507,- aus Gruppenkassen. Diebe nicht ermittelt. - 4 -
2004:
Provisorischer Parkplatz im Westen: € 20.000,-. Hauszeitschrift „mittendrin“, Redaktion Frau Lupp, erfolgreich eingeführt.
Goldene Ehrennadel der Lebenshilfe für Walter Dörring.
02.06.2005:
Walter Dörring 1. Vorsitzender, Dr. Rüttger 2. Vorsitzender
05.11.2005:
Kinder singen bei Ausstellung Unverzagt.
01.10.2005:
Neuer Tarifvertrag für den öffentl. Dienst: (TVöD)
Dez. 2005:
Beteiligung am Grünstadter Weihnachtsmarkt.
25.01.2006:
Info-Gespräch mit örtl. Politikern
30.01.2006:
Fritz Emrich 70!
Jan. 2006:
Realisierung Offene Hilfen für alle Altersgruppen Behinderter. Planung Naturgruppe und familienorientierte Tagesgruppe.
18.03.2006:
40-Jahrfeier der Lebenshilfe im WSC Grünstadt: Festschrift!, Ehrung 40-jähriger Zugehörigkeit: Else Honecker, Anna Djafic, Dr. J. Rüttger, Fritz Emrich, Lothar Oberkirsch, Brigitte Kaffka,
Herbert Gustavus, Erich Kuntz, Gertrud Oechsle, Dr. W. Orth, Paula Pabst, Annemarie Wörner, Gerlinde Bohley, J.H. Hofferberth, Fa. Schiffer & Nicklaus.
27.07.2006:
Mitgliederversammlung: 158 Mitglieder.
Juli 2006: 5
Kinder der IKita sind in der Stadt Grünstadt “Stolpersteinen” für Behinderte auf der Spur.
August 2006:
Realisierung der Naturgruppe (Asselheimer Strasse) und Verlagerung einer Fördergruppe in die IKita.
Oktober 2006:
Leistungsorientierte Bezahlung: Innerbetriebliche Orientierung über Beurteilungsmöglichkeiten.
November 2006:
Benefizkonzert Asselheim: € 2000,-; Konzert Lions-Club Battenberg: € 1500,-.
12.03.2007:
Sommertagszug: Alle Kinder der Lebenshilfe dabei.
28.03.2007:
Lothar Oberkirsch erhält Ehrennadel der Stadt Grünstadt.
13.04.2007:
Waldkindergarten der LH in der RHEINPFALZ vorgestellt.
20.05.2007:
Intergrative Theatergruppe nimmt am Jugendtheatertag in Wattenheim teil.
06.06.2007:
Spendenübergabe Linos-Club € 5.000,-.
30.06.2007:
Tag der offenen Tür: 10 Jahre IKITA.
Juni / Juli 2007:
Renovierung der Räume der Kleinen Räuber in der Asselheimer-Str.
01.10.2007:
Frau Heindl wechselt in die “Offenen Hilfen”
01.10.2007:
neues Leitungsteam: Frau Jessica Hammann (Gesamtleitung), Frau Anette Sahoraj (Stellvertretende Leitung)
Dr. Joseph Rüttger
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